Meditation als intelligente Beziehung zum eigenen Geist

Meditation als intelligente Beziehung zum eigenen Geist

Meditation ist für mich weit mehr als eine Technik. Sie ist eine lebendige Beziehung — eine Beziehung zum eigenen Geist und zu dem, was wir im Leben erfahren. Oft denken wir, Praxis gelinge besonders dann, wenn wir ruhig sind, gesammelt, klar und innerlich stabil. Doch meine Erfahrung ist eine andere: Die eigentliche Praxis beginnt oft genau dort, wo es nicht so läuft, wie wir es gerne hätten.

Wenn Unruhe da ist.
Wenn der Geist abschweift.
Wenn Müdigkeit auftaucht.
Wenn innere Enge, Zweifel oder Widerstand spürbar werden.

Gerade dort beginnt das eigentliche Lernen.

Meditation bedeutet nicht, einen bestimmten Zustand herzustellen. Vielmehr gestalten wir durch Meditation die Beziehung zu uns selbst. Zu unseren inneren Haltungen. Zu unseren Geistesverfassungen.

Manchmal ist der Geist klar.
Manchmal getrübt.
Unruhig oder schläfrig.

Manchmal begegnen wir uns urteilend, streng oder ungeduldig. Und manchmal offen, interessiert, sanft, neugierig oder liebevoll. All das gehört zum menschlichen Geist. Meditation lädt uns ein, dies wahrzunehmen. Nicht um etwas wegzumachen. Sondern um bewusster in Beziehung zu treten. Und vielleicht liegt genau darin eine tiefe Freiheit: Dass wir wählen können, in welche Art von Beziehung wir zu Erfahrungen aller Art treten. Manchmal angenehm, manchmal unangenehm, manchmal weder das eine noch das andere. Gerade unangenehme Erfahrungen fordern uns heraus.

Wenn Schmerz da ist — körperlich oder seelisch — können wir bemerken, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten? Bleiben wir ausschließlich beim Schmerz? Oder öffnen wir den Blick auch für das, was gleichzeitig da ist?

Für den Atem.
Für den Körper als Ganzes.
Für den Boden, der uns trägt.
Für das Leben, das sich auch in diesem Moment vielfältig  zeigt.

Diese Wahl ist oft klein und still. Und doch kann sie viel verändern. Nicht immer können wir verändern, was wir erleben. Aber wir können lernen geschickter zu navigieren, wie wir uns dazu verhalten. Vielleicht liegt darin eine wesentliche Praxis:

Aufzuhören, die Dinge des Erlebens ständig verändern zu wollen — besonders dort, wo wir nichts verändern können. Und vielleicht liegt darin eine wesentliche Bewegung der Praxis: Weniger die Frage, wie ich das, was ich gerade erlebe, verändern kann. Sondern vielmehr die Frage: Wie begegne ich dem, was jetzt da ist? Welcher Beziehung gebe ich Raum — zu meinen inneren Erfahrungen und zu dem, was mir im Außen begegnet? Denn oft können wir die Dinge selbst nicht unmittelbar verändern. Aber wir können verändern, wie wir ihnen begegnen. Meditation kann uns darin unterstützen, auch schwierigen Erfahrungen mit mehr Freundlichkeit und Offenheit zu begegnen. Nicht im Sinne von Resignation. Sondern im Sinne eines ehrlichen Anerkennens dessen, was ist. Auch dort, wo Ohnmacht spürbar wird. Wo wir nicht wissen. Wo wir an Grenzen stoßen. Und vielleicht entsteht gerade dort etwas zutiefst Menschliches: Ein wahrhaftigerer Kontakt zu uns selbst. Zu dem inneren Ort, von dem aus wir erleben, fühlen und dem Leben begegnen. Für mich hat Meditation deshalb immer mit zweierlei zu tun:

Mit Geistesgegenwart und mit Herzensgegenwart.

Klarheit allein reicht oft nicht. Und reines Beobachten auch nicht. Meditation ist nicht nur distanziertes Wahrnehmen. Einem schreienden Kleinkind ist durch reines Beobachten nicht geholfen.

Es braucht Zuwendung.
Kontakt.
Beruhigung.
Präsenz.

Jemanden, der wirklich da ist. Vielleicht gilt das auch für unseren eigenen inneren Raum. Wenn Schmerz da ist, Angst, Unruhe oder Traurigkeit, braucht es oft nicht mehr Distanz. Sondern eine gute Form von Verbindung. Eine Weise, mit sich selbst da zu sein. Auf eine gute Weise. Vielleicht geht es dabei auch darum, mehr und mehr die eigene beste Freundin oder der eigene beste Freund zu werden. Mit einer Haltung von Wohlwollen, Ehrlichkeit und Fürsorge. So wie in jeder guten Beziehung entsteht auch die Tiefe in der Beziehung zum eigenen Geist nicht von heute auf morgen.

Sie wächst.

Durch Vertrauen.
Durch Sensibilität.
Durch Empathie.
Durch Respekt.

Und auch durch die Fähigkeit, immer wieder fein und angemessen zu regulieren, was gerade gebraucht wird. Manchmal braucht es Sammlung. Manchmal Weichheit. Manchmal Klarheit. Manchmal schlicht Geduld. Offenheit, getragen von Wohlwollen und Freundlichkeit.

Meditation ist in diesem Sinne eine intelligente Form der Beziehungsgestaltung. Ein Weg, dem eigenen Geist immer vertrauter zu werden. Und vielleicht dadurch dem eigenen Leben ein Stück näher zu kommen.

 

Achtsamkeit ist für viele Menschen weit mehr als eine Methode. Sie ist eine Haltung. Ein Weg, dem eigenen Leben bewusster, klarer und freundlicher zu begegnen.

Ich bin sehr dankbar, dass mich dieser Weg seit mehr als zwei Jahrzehnten begleitet und mein zentrales berufliches Wirkfeld geworden ist — als Trainerin, Supervisorin, Ausbilderin für MBSR-Lehrerinnen und MBSR-Lehrer und in meiner Arbeit als Heilpraktikerin.

Seit vielen Jahren begleite ich Menschen in München, Ingolstadt und online auf ihrem Weg mit Achtsamkeit, MBSR, MBCT, Schweigeretreats und inzwischen auch Deeper Mindfulness. Was ich heute weitergebe, ist über viele Jahre gewachsen.

Seit über zwei Jahrzehnten ist die eigene tägliche Praxis das Fundament meiner Arbeit.

Regelmäßige Supervision, intensive Fortbildungen, vertiefende Retreatzeiten, fachlicher Austausch und kontinuierliche Weiterentwicklung begleiten meinen Weg bis heute.

Gerade diese Verbindung aus eigener Erfahrung, fachlicher Vertiefung und lebendiger Praxis bildet für mich die Grundlage meiner Arbeit. Und ich erlebe immer wieder, wie wertvoll es sein kann, innezuhalten, sich selbst wieder zuzuwenden und die eigene Praxis zu vertiefen. Gerade in herausfordernden Zeiten kann Achtsamkeit ein tragender Anker sein. Vielleicht liegt genau darin die tiefere Bedeutung von Praxis: Nicht nur still zu sitzen. Sondern eine bewusstere, klarere und freundlichere Beziehung zum eigenen Erleben zu entwickeln. Zu den inneren Bewegungen des Geistes. Zu dem, was uns im Leben begegnet. Und zu dem, was wir nicht immer verändern können.

Was wir in der Meditation üben — Geistesgegenwart, Herzensgegenwart, innere Klarheit und eine heilsame Form von Beziehung zu uns selbst — setzt sich in all den Räumen fort, in denen wir gemeinsam praktizieren.

In Kursen.
In Vertiefungstagen.
In längeren Übungswegen über Jahreskurse
Und in der Stille von Retreats.

Jedes dieser Formate hat dabei seine eigene Qualität.

Mal geht es um Stabilisierung und Orientierung.

Mal um gemeinsames Innehalten.

Mal um Vertiefung und Kontinuität.

Und manchmal um das bewusste Eintauchen in längere Zeiten der Stille.

All diese Wege verbindet für mich dieselbe Bewegung:

Immer wieder zurückzukehren.

Zum Körper.
Zum Atem.
Zum gegenwärtigen Moment.
Und zu einer freundlicheren Beziehung zu uns selbst.

In diesem Beitrag möchte ich einige Herzensanliegen und aktuelle Angebote für das kommende Jahr teilen:

Gedanken zu MBCT als achtsamkeitsbasiertem Weg nach depressiven Episoden, die Einladung zum Tag der Achtsamkeit, den neuen Deeper Mindfulness Vertiefungskurs und die Schweigeretreats am Königssee.

MBCT als achtsamkeitsbasierter Weg nach depressiven Episoden
Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) begleitet mich seit vielen Jahren in meiner Arbeit mit Menschen, die nach einer depressiven Episode einen bewussteren und stabileren Umgang mit sich selbst entwickeln möchten.
Immer wieder erlebe ich in MBCT-Kursen, wie wertvoll es für Teilnehmende sein kann, innere Muster besser kennenzulernen und frühzeitig wahrzunehmen, wenn Stress, Grübeln oder Selbstkritik wieder mehr Raum einnehmen.
MBCT wurde von Zindel Segal, Mark Williams und John Teasdale entwickelt und verbindet Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie mit Achtsamkeitspraxis.
Im Mittelpunkt steht nicht, Gedanken zu kontrollieren oder Gefühle zu verändern, sondern ihnen bewusster zu begegnen.
Viele Menschen kennen nach depressiven Phasen das Wiederauftauchen alter Gedankenmuster wie Grübeln oder Selbstzweifel. Gerade wenn es darum geht, innere Unruhe besser wahrzunehmen, emotional stabiler im Alltag zu bleiben und bewusster mit Stress umzugehen, kann Achtsamkeit eine hilfreiche Orientierung sein.
In MBCT geht es darum, diese Prozesse früher wahrzunehmen und einen bewussteren Umgang damit zu entwickeln.
Auch wissenschaftlich wurde MBCT in den letzten 30 Jahren intensiv untersucht.
Meta-Analysen und Übersichtsarbeiten zeigen, dass MBCT im Kontext wiederkehrender Depressionen als unterstützender Ansatz zur Stabilisierung und Rückfallbegleitung untersucht wird.
Auch in meiner Arbeit berichten Teilnehmende immer wieder davon, dass sie durch MBCT einen klareren und freundlicheren Blick auf ihre inneren Prozesse entwickeln konnten.
Jeder Weg ist dabei individuell.


Einladung zum Tag der Achtsamkeit – 02.05.2026
Am 02.05.2026 findet unser nächster Tag der Achtsamkeit statt.
Dazu lade ich alle aktuellen und ehemaligen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer herzlich ein.
Dieser gemeinsame Tag ist eine schöne Möglichkeit, die eigene Praxis zu vertiefen, wieder bewusst in Kontakt mit sich selbst zu kommen und sich im gemeinsamen Üben tragen zu lassen.
Mit Freude.
Mit Leichtigkeit.
Und in Gemeinschaft.

Der Tag findet live in Ingolstadt statt. Für die Teilnahme vor Ort bitte ich um Anmeldung.
Eine Online-Teilnahme ist ebenfalls möglich. Den Zugangslink finden Sie wie gewohnt im internen Bereich meiner Website.
Ich freue mich sehr auf diesen gemeinsamen Tag.

Deeper Mindfulness – Jahreskurs 2026
Ab dem 01.06.2026 startet ein neuer Deeper Mindfulness Vertiefungskurs. 
Dieser Jahreskurs richtet sich an ehemalige MBSR- und MBCT-Teilnehmende, die ihre Praxis weiter vertiefen und über einen längeren Zeitraum lebendig halten möchten.
Deeper Mindfulness ist eine Einladung, dranzubleiben, weiter zu erforschen und die eigene Praxis bewusst zu nähren.
Im gemeinsamen Üben, im Austausch und in der Kontinuität entsteht oft mehr innere Klarheit, mehr Flexibilität und ein tieferes Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.
Der Kurs umfasst 9 Termine von Juni bis Dezember 2026, jeweils von 17:50 – 20:20 Uhr, abwechselnd in München und Ingolstadt.
Eine Online-Teilnahme ist jederzeit möglich.
Kosten: 360 Euro
Weitere Informationen finden Sie  hier.

Schweigeretreats in den Bergen – Achtsamkeit am Königssee 2026
Seit vielen Jahren vertiefen wir in kleiner Gruppe unsere Achtsamkeitspraxis in den Bergen am Königssee.
Diese Tage in der Stille sind für viele Teilnehmende zu einem wertvollen Bestandteil ihres Weges geworden.
Es ist eine kostbare Gelegenheit, aus dem Alltag herauszutreten, still zu werden und tiefer in die eigene Praxis einzutauchen.
Die Natur, die Berge, die Weite und die Stille tragen diesen Prozess auf besondere Weise.
Die Retreats richten sich an Menschen mit Meditationserfahrung sowie an ehemalige MBSR- und MBCT-Teilnehmende.
Die Termine für 2026:
17. – 21.06.2026
02. – 09.08.2026
16. – 21.09.2026
Ich freue mich sehr auf diese gemeinsame Zeit in der Stille, in der Natur und im bewussten Miteinander.
Weitere Informationen zu den Retreats finden Sie hier.

Ausblick
Achtsamkeit ist kein Ziel.
Sie ist ein Weg.
Ein Weg, der uns immer wieder zurückführt — in den gegenwärtigen Moment, in den Körper, in die eigene Erfahrung und oft auch in einen freundlicheren Kontakt mit uns selbst.
Ich freue mich auf die gemeinsamen Kurse, den Tag der Achtsamkeit, den Deeper Mindfulness Jahreskurs und die Retreats am Königssee. Wenn Sie sich für einen MBCT-Kurs in München oder Ingolstadt, einen MBSR-Kurs, den Deeper Mindfulness Jahreskurs oder eines der Schweigeretreats in den Bergen am Königssee interessieren, finden Sie alle weiteren Informationen auf meiner Website.
Bei Fragen oder Interesse freue ich mich auch über eine persönliche Nachricht.
Und auf alle Begegnungen, die daraus entstehen dürfen.

Herzlichst, Lisa Grashey

  • Neue Achtsamkeitskurse starten im Mai 2026 in München und Ingolstadt:
    • MBCT Kurs München ab 19.05.2026 von 17:50 – 20:20, auch online Teilnahme ist möglich
    • MBCT Kurs Online am Vormittag ab 20.05.2026 von 09:00 – 11:00
    • MBSR Kurs München ab 20.05.2026 von 17:50 – 20:20
    • MBCT / MBSR Kurs Ingolstadt ab 21.05.2026 von 18:00 – 20:30, auch online Teilnahme ist möglich
    • Deeper Mindfulness Kurs ab 01.06.2026 von 18:00 – 20:30 

      Lisa Grashey, Heilpraktikerin, MBSR/MBCT Trainerin Level 3
      Anerkannte Supervisorin MBSR Kurse / MBCT Kurse / Deeper Mindfulness Kurse,  Trainerin MSC. Kurse in München / Ingolstadt / Online